Amsterdam

Maya Arad Yasur

Amsterdam
Eine junge israelische Musikerin lebt seit einigen Jahren in Amsterdam. Von hier aus spielt sie Konzerte in der ganzen Welt. Ihr Niederländisch ist mäßig, aber sie fühlt sich wohl in dieser liberalen Metropole weit weg von ihrer Heimat. Bis sie eines Morgens einen mysteriösen Brief vor ihrer Wohnungstür findet: Eine Gasrechnung aus dem Jahr 1944, die in Folge der seitdem aufgelaufenen Mahngebühren inzwischen 1700 Euro beträgt. Offenbar hatten sich all ihre Vormieter geweigert, sie zu zahlen. Die junge Frau beginnt Nachforschungen über die eigentliche Empfängerin anzustellen, die sie tief in die historischen Ereignisse führen, die sich während des Zweiten Weltkrieges in ihrem Wohnhaus zugetragen haben. Ein dunkles Kapitel niederländischer Geschichte entblättert sich vor ihr und die Stadt, in der sie in wenigen Wochen ein Kind zur Welt bringen wird, erscheint ihr zunehmend feindselig und fremd. Alltagssituationen nimmt sie plötzlich völlig anders wahr: Ob an der Supermarktkasse, beim Frauenarzt oder am Müllcontainer – überall sieht sie sich selbst mit ihrer Identität und Herkunft und ihrer Position in der Gesellschaft konfrontiert.
Die israelische Autorin Maya Arad Yasur, die selbst viele Jahre in Amsterdam gelebt hat, erzählt die Geschichte der mysteriösen Rechnung mit viel Poesie und feinem Humor. Verschiedene Stimmen rekonstruieren, was passiert sein könnte, ergänzen und widersprechen sich und spiegeln zugleich, wie das Selbstund
Weltbild der Protagonistin ins Wanken gerät.