Der Diener zweier Herren

Carlo Goldoni

Der Diener zweier Herren
Florindo, ein Turiner Edelmann, ist nach Venedig geflohen, nachdem er Federigo, den Bruder seiner Geliebten Beatrice, im Duell getötet hat. Beatrice reist ihm als Mann verkleidet unter dem Namen ihres Bruders nach – denn sie will ihren Geliebten wiederhaben – und steigt mit ihrem Diener Truffaldino zufällig im gleichen Gasthof wie Florindo ab. Da Truffaldino sich von Beatrice alias Federigo schlecht bezahlt fühlt und nur an seinen immer knurrenden Magen denkt, bietet er Florindo seine Dienste an: Schließlich zahlen zwei Herren besser als einer allein. Um seine doppelte Dienerschaft geheim zu halten, verstrickt sich Truffaldino – der weder lesen noch schreiben und seine zwei Herren kaum auseinanderhalten kann – in die dreistesten Lügen und haarsträubendsten Situationen. Doch als alle Schwindeleien auffliegen, gibt es dennoch ein Happy End für drei Paare und zwei knurrende Mägen.
Carlo Goldonis bekannte Komödie der Verwechslungen und Betrügereien stammt aus der Zeit der italienischen Commedia dell’Arte. „Der Diener zweier Herren“ wurde ursprünglich als Handlungsablauf für den letzten Harlekin der Commedia dell’arte, Antonio Sacchi alias Truffaldino geschrieben, der überall seine
Variationen des Harlekins spielte. 1753 bearbeitete Carlo Goldoni den Stoff und sorgte für eine der großen Theaterreformen: Aus den fest bestimmten Masken der Commedia entwickelte er zum ersten Mal psychologische Figuren. Dennoch – oder gerade deshalb – ist der Geist der Commedia dell’Arte gerade in diesem Stück besonders spürbar.