Heisenberg

Simon Stephens

Heisenberg
Im Londoner Bahnhof St. Pancras küsst die 42-jährige Georgie einen völlig fremden Mann einfach auf den Hals. Wie eine Naturgewalt bricht sie über das Leben des deutlich älteren Alex herein und wirbelt sein pedantisch organisiertes Einsiedlerleben durcheinander. Ungefragt öffnet sie dem sensiblen Metzger ihr Herz – und sie redet viel, sehr viel. Ständig entwirft sie neue Versionen von sich: Sie ist Killerin, Sekretärin, ihr Mann ist tot, sie war nie verheiratet, hat keine Kinder, ihr Sohn lebt in Amsterdam. Für den scheuen Alex, der sich in einem Kokon aus Arbeit, musikalischem Spezialistentum und Spaziergängen eingerichtet hat, ist das alles so fremd wie faszinierend. Die beiden werden ein Paar, und als Georgie ihn schon nach der ersten gemeinsamen Nacht um Geld bittet, um in den USA nach ihrem Sohn zu suchen, trifft Alex eine überraschende Entscheidung …
Der Kern einer Sache – so auch eines Menschen, eines Gefühls – lässt sich niemals mit absoluter Sicherheit orten, definieren oder festzurren. Das ist eine der wesentlichen Lehren der 1927 veröffentlichten Unschärferelation des deutschen Physikers Werner Heisenberg. Ausgehend von diesem Gedanken erzählt der britische Dramatiker Simon Stephens in seinem gleichnamigen Stück mit zarter Melancholie und viel Humor eine Liebesgeschichte voller überraschender Wendungen. Nichts verbindet die beiden Liebenden außer der Stadt, in der sie leben – und ihre Einsamkeit.
Die Inszenierung ist eine Übernahme des Studio Theaters Stuttgart.