Liliom

Ferenc Molnar
Bearbeiter Alfred Polgar

Liliom
Ein Frühlingsnachmittag auf einem kleinen Rummelplatz in einer Vorstadt: Heitere Drehorgelmusik mischt sich mit den lärmenden Glockensignalen der Ringelspiele und dem Gelächter und Geschrei der Besucher. In diesem regen Treiben legt Liliom, gleichermaßen hitziger Raufbold wie charmanter Frauenheld, seine Hand um die Taille der blutjungen Julie. Einfach so. Die Bekanntschaft kostet Liliom seine Stelle als Ausrufer auf dem Rummel und auch Julie verliert ihre Stelle als Dienstmädchen. Das junge Paar kommt bei Verwandten unter, doch Liliom, der seinen Gefühlen nur schwer Ausdruck verleihen kann, plagt seine Arbeitslosigkeit. Er liebt Julie zärtlich und wird doch immer wieder handgreiflich. Dann wird Julie schwanger. In seiner Verzweiflung über die finanzielle Not plant der zukünftige Familienvater mit einem obskuren Bekannten einen Raubüberfall. Der Plan schlägt fehl und Liliom stirbt. Im Jenseits wird ihm nach einem verstrichenen Hauch der Ewigkeit die Chance gegeben, für einen Tag auf die Erde zurückzukehren, um seine schlechten Taten wieder gutzumachen …
In seiner Vorstadtlegende „Liliom“ erzählt Ferenc Molnár mit pointierten Dialogen von der schicksalhaften Liebe zweier junger Menschen. Das 1909 in Budapest uraufgeführte und kurze Zeit später ins Deutsche übersetzte Stück bewegt sich zwischen Poesie und Sozialdrama und zählt bis heute zu den bedeutendsten Werken des ungarischen Dramatikers.