Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück

Ein Lustspiel in fünf Aufzügen

Gotthold Ephraim Lessing

Minna von Barnhelm oder Das Soldatenglück
Während des Siebenjährigen Krieges war Major von Tellheim Besatzungsoffizier in Sachsen. Dort sollte er möglichst hohe Steuern zur Kriegsfinanzierung eintreiben. Tellheim jedoch verlangte von den verarmten und durch den Krieg ohnehin gebeutelten Leuten nur das Mindeste und streckte eine noch ausstehende Forderung aus eigener Tasche vor. Das junge Edelfräulein Minna von Barnhelm verliebte sich in den selbstlosen Wohltäter und die beiden verlobten sich schließlich. Nach Ende des Krieges wartet Tellheim nun in einem Gasthof nahe Berlin auf einen Prozess, da die preußische Generalkriegskasse seinen Wechsel mit dem von ihm vorgestreckten Betrag nicht akzeptieren will. Schlimmer noch: Man glaubt darin sogar einen Beweis für Korruption gefunden zu haben. In dieser Situation tritt Minna wieder in sein Leben. Tellheim, vom Krieg versehrt und unehrenhaft aus dem Militär entlassen, will die Verbindung lösen, da er glaubt, seine körperliche und finanzielle Situation sei keine Grundlage für ein gemeinsames Leben. Er will seiner zukünftigen Gattin weder moralisch noch materiell etwas schuldig sein. Doch Minna lässt sich vom Major nicht einfach abweisen. Mit aller Macht will sie ihn davon überzeugen, dass er einem falschen und starren Ehrbegriff nachhängt, und verfolgt – zusammen mit ihrer Kammerzofe Franziska – einen Plan, dessen seltsame Wendungen zu zahlreichen Missverständnissen führen.
Die 1767 in Hamburg uraufgeführte „Minna von Barnhelm“ ist Lessings meistgespieltes Theaterstück. Seine Hauptfigur ist eine „Intrigantin mit guter Absicht“, eine gewitzte Spielerin und Komödiantin. Bei allen Fragen um Ehre und Moral ist das Stück eine erstaunlich moderne, pointierte Auseinandersetzung über das Verhältnis von Mann und Frau.