Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky

Was man von hier aus sehen kann
Wenn Louises Großmutter Selma im Traum ein Okapi begegnet, stirbt innerhalb der nächsten 24 Stunden jemand aus ihrem Dorf. Wie bizarr es auch klingen mag: Es passiert jedes Mal und keiner weiß, wer als Nächstes an der Reihe ist. Das entspricht auch dem Wesen des Okapis: „ein absolut abwegiges Tier“, das „vollkommen zusammenhangslos aussieht“, wie irgendetwas zwischen Tapir, Zebra, Giraffe und Reh.
Weil nun wieder der Tod kurz bevorsteht, versuchen die Dorfbewohner*innen noch schnell all das auszusprechen, was sie ein Leben lang verborgen haben. Durch die Augen und Ohren von Luise erfahren wir nach und nach, wie die einzelnen Lebensgeschichten miteinander verstrickt sind: Wie der Optiker, der Selma liebt, es schafft, ihr seine Liebe nicht zu gestehen; wie sich Luise in Frederik verliebt, während er ein Leben als buddhistischer Mönch in Japan führt; wie Elsbeth erfährt, dass sie von ihrem Mann betrogen wurde. Und von Luises jüngstem Freund Martin, von seinem alkoholkranken Vater Palm auf dem Jägersitz. Und von vielen anderen. Und von Liebe. Und von Tod.
Die Geschichte springt durch zwanzig Jahre, lässt uns aus einer besonderen Perspektive – „von hier aus" – am Leben Anderer teilnehmen und dieses – wie auch unser eigenes Leben – mit seinem Eigenarten schätzen lernen. Denn eine einzige unbedingte Pflicht gibt es: anwesend im eigenen Leben zu sein. Und es dennoch mutig mit Poesie und Phantasie zu füllen.
Mariana Leky (1973 in Köln geboren) studierte nach einer Buchhandelslehre Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Ihr 2017 veröffentlichter Roman „Was man von hier aus sehen kann“ – liebevoll tragisch und herzzerreißend komisch zugleich – wurde zu einem Spiegel-Bestseller.