Amerika (Der Verschollene)

Franz Kafka
Bühnenfassung von Alexander Müller-Elmau

Der junge Karl Roßmann wurde von den Eltern ins Ausland geschickt, nachdem er ein Dienstmädchen geschwängert hat: Noch bevor er den amerikanischen Boden New Yorks berührt, begegnet er seinem Onkel, der ihn umgehend nach Hause mitnimmt. Dort begegnet er zwei Geschäftspartnern seines Onkels, die ihn gegen dessen Willen direkt am gleichen Abend in ihr Landhaus einladen. Der enttäuschte Onkel verbietet Karl daraufhin die Rückkehr, und so beginnt für Karl ein neuer Weg ins Ungewisse. Dabei lernt er zwei Landstreicher, Robinson und Delamarche, und später die exzentrische Sängerin Brunelda kennen, die ihn mehrere Male ausnutzen werden.
Er wird eingesperrt, überwältigt, verprügelt, doch im Vergleich zu den Erfahrungen anderer ist dies noch ein leichtes Leben – wie er lernen wird. Gutmütig und resigniert fügt sich Karl seinem Schicksal. Seine letzte Etappe in Kafkas Fragment ist ein Naturtheater in Oklahoma, in das er nicht als Schauspieler, wie er zuerst glaubt, sondern als technischer Mitarbeiter eintreten wird. Alles andere als ein amerikanischer Traum.
In seinem Debütroman von 1912 konfrontiert Kafka uns mit wirklich großen Themen: Ungerechtigkeit, Verzweiflung, Lebensirrtümer, Abhängigkeit. Der Text ist eine ständige Suche nach dem Sinn des Lebens, nach Auswegen und Neuanfängen.