Indien

Josef Hader

Heinz Bösel und Kurt Fellner sollen im Auftrag des Fremdenverkehrsamtes in der Provinz Gasthäuser auf die Einhaltung der Hygienevorschriften und der gewerberechtlichen Vorgaben untersuchen. Doch als Team funktionieren die beiden überhaupt nicht, denn sie könnten unterschiedlicher nicht sein: Während der scheinbar ruhige Bösel ununterbrochen Bier trinkt und nur das Nötigste sagt, ist Fellner über alle Maßen redselig und nervt seinen Kollegen mit seiner Besserwisserei und Erklärungswut. Eines Abends eskaliert ein Streit zwischen den beiden. Beim Zubettgehen erscheint der stark alkoholisierte Bösel in Fellners Zimmer und schüttet ihm sein Herz aus über seine gescheiterte Ehe und über seinen Sohn, der nicht von ihm ist. Als Fellner am nächsten Tag feststellen muss, dass seine Freundin ihn betrügt, beginnt auch er zu trinken. Plötzlich kommen sie unverhofft einander näher. Auf ihren eher trübsinnigen Fahrten durch die Provinz entdecken sie die eigenen Schwächen und Besonderheiten. Langsam entwickelt sich sogar eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Gemeinsam peinigen sie fortan die Wirtsleute und kassieren massenweise Belohnungen in Form von Wein und anderen Naturalien dafür, dass sie ein Auge zudrücken. Fellner gelingt es sogar, Bösel für seine indische Musik zu begeistern und er führt ihn in die Lehren der Reinkarnation ein. Das Leben der beiden ändert sich jäh, als Kurt Fellner wegen akuter Schmerzen die Dienstreise beenden muss.
Die beiden österreichischen Kabarettisten Josef Hader und Alfred Dorfer haben Anfang der 1990er-Jahre mit „Indien“ ein Theaterstück geschrieben, das Komödie und Tragödie zugleich ist, sozusagen „ein Wunderwerk des komischen Schreckens“. 1993 wurde das erfolgreiche Theaterstück mit den beiden Autoren in den Hauptrollen verfilmt.