Der Kontrabass

In seiner schallisolierten Wohnung schwadroniert der Kontrabassist – unter wachsendem Einfluss von Alkohol – über die Vorzüge und Nachteile seines Instrumentes, mit dem ihn offensichtlich eine Hassliebe verbindet. Er ist ein Mann mittleren Alters und Orchestermusiker in einem Staatsorchester. Er leidet an der Hierarchie des Orchesterbetriebes und an der Bedeutungslosigkeit seines Tuns als „Tutti-Schwein“. Die Bedeutung von Dirigenten hält er für überschätzt, er hasst Mozart und Wagner aus tiefster Seele. Aus lauter Wut verweigert er bisweilen das volle Ausspielen der Partitur. Allein die junge Sopranistin Sarah vermag ihm ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Fast manisch fühlt er sich ihr verbunden, die Angebetete jedoch hat ihrerseits noch keine Notiz von ihm genommen. Wie auch, verschwindet er doch allabendlich hinter dem riesigen Instrument in der letzten Reihe des Orchesters. Je mehr er trinkt, desto mutiger fasst er einen Plan: Vielleicht wäre die für den heutigen Abend geplante Rheingold-Premiere unter einem vielbeachteten Dirigat die einmalige Möglichkeit, Sarahs Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen? Wird er den Skandal wagen?
Patrick Süskinds Monolog zeichnet mit großem Charme, leiser Melancholie und sprühendem Wortwitz das skurrile Psychogramm eines einsamen, zutiefst frustrierten und nur mäßig begabten Menschen, der einen Ausweg aus seinem eintönigen Leben sucht.

Benjamin Hille ist Schauspieler und Regisseur aus Stuttgart, ausgebildet in Hannover, inszeniert und spielt an etlichen Theatern vorwiegend im süddeutschen Raum.
Den wunderbar grantigen Kontrabassisten aus dem Theaterklassiker von Patrick Süskind spielt er seit zehn Jahren auf vielen deutschen Bühnen.

Pressestimmen:
"Hille redet sich in Rage, gestikuliert und entwickelt so (...) die spannungsvolle Ambivalenz, von der Süskinds Stück lebt: Amüsement und ein leichter Grusel vor diesem unauffällig wirkenden Bündel dunkler Triebe.” (FAZ)

Hille arbeitet die rein erheiternden Teile ebenso schön heraus wie die tragischen bis tragikomischen. (...) Und – vielleicht am wichtigsten – schafft es, dem viel hundertfach gespielten Stück eine eigene Note zu geben, kleine, zum Teil vom Publikum verursachte Improvisationen inbegriffen. (...) Langanhaltender Beifall war der verdiente Lohn.“ (Rheinpfalz)

„Als sei ihm das Stück auf den Leib geschrieben, schwitzt und schimpft, verzweifelt und greint er und verdient sich mit Hingabe den tosenden Schlussapplaus des bestens amüsierten Publikums.“ (Mannheimer Morgen)

„Auf dem Grad zwischen Tragik und Komik gibt Hille dieser so oft gespielten Figur trittsicher ein eigenes Profil. (...) Souverän bezieht er das Publikum mit ein, reagiert spontan und schlagfertig und erntet (...) anhaltenden, verdienten Beifall.“ (Badische Neueste Nachrichten)

Archiv-Stück – keine weiteren Vorstellungen