Wutschweiger

Raven Ruëll
Aus dem Flämischen von Barbara Buri

„Willkommen im Club. Im ‚Du sitzt in der Scheiße‘-Club.“ So begrüßt Sammy den neuen Nachbarsjungen Ebenezer in ihrem ärmlichen Wohnviertel. Gesehen haben sie sich bereits in der Schule. Der ruhige Ebenezer kommt aus einer gebildeten Familie, Sammy ist direkt, lebhaft und hat Schwierigkeiten damit, sich anzupassen. Die beiden sehr unterschiedlichen Kinder freunden sich an und erzählen einander ihre Geschichte: von Eltern mit jeder Menge Problemen, von plötzlicher Arbeitslosigkeit, Schulden, Streit und dem Gefühl, dass die Welt und die Eltern darin immer kleiner und kleiner werden.
Als klar wird, dass die Eltern die Kosten für die Klassenfahrt zur Skiwoche nicht aufbringen können, beschließen die Sammy und Ebenezer in ihrer Wut, in der Schule fortan nicht mehr zu sprechen. Dies hält so lange, bis Sammy vor der Klasse lächerlich gemacht wird und sie ihren ganzen Schmerz herausschreit. Doch die beiden sind Freunde fürs Leben geworden und bestärken sich gegenseitig im Kampf gegen die Abwärtsspirale.
Das Autoren-Duo Sobrie und Ruëll behandelt emotional und humorvoll das Thema der wachsenden Armut in Familien und zeigt, wie diese das Leben der Kinder auch in schulischer Umgebung beeinflusst und sich soziale Ungleichheit dort verfestigen kann. Ausgrenzung ist sichtbar und spürbar gemacht, ohne sie platt zu benennen.