Euch schwappt die braune Suppe durchs Gehirn.
Nach dem Tod ihres Vaters räumen die Geschwister Nicola und Philipp den Dachboden des Elternhauses aus und stoßen zwischen allerhand Gerümpel, Erinnerungsstücken und Sperrmüll auf ein Gemälde. Altbacken, mit verklärter Landschaft und schiefer Kirche, tun sie es zuerst als hässlichen Kitsch ab, bis ihnen die Signatur ins Auge fällt: A. Hitler. Haben sie es hier etwa mit einem echten Werk von Adolf Hitler zu tun? Wie viel der alte Schinken wohl wert ist? Und darf man das überhaupt verkaufen? Als klar wird, dass sie über 100.000 Euro erzielen könnten, lösen sich die anfänglichen moralischen Zweifel in Luft auf und eine blümerante Geschichte um Oma Gretes Nazi-Vergangenheit ist schnell konstruiert. Wäre da nicht Philipps jüdische Ehefrau Judith – ein heftiger Streit zwischen den Geschwistern und ihren Partner*innen entsteht, der immer mehr in antisemitische Vorurteile abrutscht.
Marius von Mayenburgs Stück ist eine bitterböse Komödie über das schwere Erbe der deutschen Vergangenheit, Erbschaftsstreitigkeiten und ein rein profitorientiertes Verständnis von Kunst.
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Pressestimmen:
Esslinger Zeitung, 10.10.2026: „Tobias Rott inszeniert in der Esslinger Landesbühne Marius von Mayenburgs groteske Komödie „Nachtland“ als entlarvende Geschichte der verlorenen Moral.“
Die deutsche Bühne, 09.10.2026: „Lily Frank spielt diese Judith und steht mit ihrem sehr ernsten, körperlichen Spiel gegen die Nazi-Clownerei der Familie und im Mittelpunkt des Stückes. Während die Geschwister sich mit immer größerem Entzücken über ihre Erbschaft freuen, kauert sie verschlossen auf der Bühne und strahlt Widerständigkeit aus. Später läuft sie mit all ihrer Wut gegen die nazifizierte Kleinfamilie an, wird mit ihrer Emotionalität sehr überzeugend zum Gegengewicht, wodurch aus dem Stück erst mehr als eine provokante Klamotte wird.“
Nachtkritik, 09.10.2026: „Eine Frage der Moral, um die es in Marius von Mayenburgs "Nachtland" geht, eine Satire auf den Umgang deutscher Familien mit ihrer etwaigen nationalsozialistischen Vergangenheit. Ein bisschen Dietl-"Schtonk!", Reza-"Kunst" und Taboris "Mein Kampf" stecken drin – alles aufgehend in pointierten, der Realität abgelauschten Dialogen.“
Ludwigsburger Kreiszeitung, 16.10.2026: „Vor allem Lily Frank, die 2020 ihr Schauspielstudium an der Akademie für Darstellende Kunst in Ludwigsburg abschloss und seit der Spielzeit 2022/23 zum WLB-Ensemble gehört, überzeugt in ihrem differenzierten Spiel als einziges standfestes Korrektiv im ansonsten bräunlichen Familiensumpf.“
| TEAM | |
|---|---|
| Regie | Tobias Rott |
| Bühne & Kostüme | Kerstin Jacobssen |
| Dramaturgie | Lukas Schädler |
| Regieassistenz | Olga Katsaros |
| Theaterpädagogik | Margarita Rudenstein |
| Inspizienz | Olga Katsaros |
| Soufflage | Isolde Meisel |
| SCHAUSPIELER*INNEN | |
|---|---|
| Judith | Lily Frank |
| Nicola | Eva Dorlaß |
| Evamaria / Luise | Kristin Göpfert |
| Philipp | Niklas Schmidt-Kosik |
| Fabian / Kahl | Moritz Brendel |
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